Sonntag, 25. Juni 2017

"Autoreninterview" mit Cornelia Kiener


Die liebe Cornelia hat sich dieses mal meinen Fragen gestellt und es hat echt Spaß gemacht Ihre Antworten zu lesen.


Wolltest Du schon immer Autor/in werden?
Das ist eine gute Frage. Nein, ich denke zumindest als Kind hatte ich solche Gedanken nicht. Das kam erst später, da war ich Anfang 20 und in der Ausbildung. Da habe meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht.

Welches Genre bevorzugst du und warum?
Eindeutig Horror. Den lese ich auch am liebsten. Ich war eigentlich schon immer angetan davon. Früher schon habe ich mir sämtliche Draculafilme mit Christopher Lee angesehen und heute auf DVD.

Was genau hat Dich zum schreiben animiert?
Meine Ausbilderin damals. Wir hatten uns über Romane unterhalten und ich hatte da bereits angefangen zu schreiben. Irgendwann meinte ich: „Also so Romane wie Stephen King oder so glaube ich könnte ich nicht schreiben.“ Darauf hin sah mich meine Ausbilderin an und sagte: „Warum nicht? Versuche es einfach mal. Denn die Fantasie dazu hast du nämlich.“

Wie heißt dein aktuelles Buch?
Aktuell im Sinne von „Auf dem Markt“ ist „Das Schicksal der Jägerin“. Der zweite Teil ist jedoch bereits im Verlag und geht die nächsten Tage ins Lektorat. Titel verrate ich noch nicht. Wenn alles gut läuft, kommt er dieses Jahr vielleicht noch raus.

Warum ein Buch über Vampire?
Die haben mich schon immer fasziniert. Wie schon erwähnt habe ich mir alle Draculafilme angesehen und lange Jahre die Serie John Sinclair gelesen. Da waren oft sehr gute Vampirgeschichten dabei und ich dachte mir damals schon. Mann, so was möchte ich auch mal schreiben können. Mittlerweile habe ich eine umfassende Sammlung an Vampirfilmen und -romanen

Wie gestaltest du deinen Arbeitstag?
Ich schreibe ausschließlich am Wochenende und das sehr früh. Ab 05:00 Uhr bin ich oft schon von alleine wach und weiß, heute geht was. Dann mache ich mir Kaffee und fahre den PC hoch. Geschrieben wird dann so 2-3 Stunden, länger nicht. Dasselbe wiederholt sich am Sonntag.

Hast Du ein Vorbild und wenn Ja wen und warum?
Vorbild würde ich es nicht nennen, eher einen Mentor und guten Freund. Rainer Wekwerth. Er ist selbst Schriftsteller und gibt Schreibkurse. Rainer hat mich auf meinem Weg der Schrifttstellerei ein gutes Stück weitergebracht. Von ihm habe ich sehr viel gelernt und er ist einfach auch ein unglaublich toller Mensch. Er steht mir auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Das finde ich so toll.

Was genau hältst du von Buchbloggern und deren „Arbeit“ ?
Ich gestehe, ich weiß über deren „Arbeit“ im Grunde zu wenig und habe bisher auch zu wenig direkten Kontakt zu Buchbloggern. Ich glaube aber, dass sie einen jungen Autor zumindest etwas voranbringen können. Vermutlich sogar mehr, als ich mir vorstellen kann. Wie gesagt, ich habe leider noch zu wenig Erfahrung auf diesem Gebiet.

Woher genau nimmst Du die Idee zu Deinen Büchern / Buch?
Die Idee meines Erstlings stammt ein wenig aus meiner damaligen Kurzgeschichte und meiner Ausbildungszeit. So richtig entwickelt haben sich meine Romanideen erst vor circa 5 Jahren, als ich angefangen habe meinen heutigen Roman komplett zu überarbeiten. Ich gestehe, ich war anfangs ziemlich planlos. Erst durch die Hilfe einer Lektorin, eines Freundes aus Österreich und Rainer Wekwerth hat der Roman ein Gesicht bekommen.
Ich habe mich jedoch auch von anderen Vampirreihen und -filmen ein wenig inspirieren lassen. Wer den Roman aufmerksam liest und im Genre bewandert ist, dem werden diese Dinge auffallen. Mittlerweile habe ich eine sehr genaue Vorstellung wohin die Serie gehen soll.

Hast du Dich bei der Ausgestaltung der Charaktere an realen Personen orientiert ?
Ja, aber eben nur orientiert. In Nadine zum Beispiel steckt ein wenig was, von mir drin. Von meiner Freundin durfte ich auf Nachfrage deren Namen verwenden, weil er so gut zum Charakter gepasst hat.

Gibt es auch mal „Schreiblockanden“ und wie gehst Du damit um?
Nicht mehr so extrem wie früher, aber teilweise schon noch. Fast schlagartig verschwunden sind sie durch den Tipp von Rainer, mir feste Schreibzeiten einzurichten. Das hat echt super funktioniert. Mein Unterbewusstsein hat sich sehr schnell darauf eingestellt. Mittlerweile gibt es Gründe, wenn nichts vorangeht. Urlaub zum Beispiel. Wenn ich Urlaub habe, schreibe ich kein einziges Wort. Manchmal braucht es einfach eine Pause bzw. Zeit, bis sich bestimmte Dinge oder Szenen entwickeln. Mittlerweile gebe ich meinem Roman diese Zeit auch. Ich habe gelernt Geduld zu haben. Wenn es nicht geht, darf ich es nicht erzwingen, es kommt von alleine. Manchmal auch völlig unerwartet.

Wo und in welcher Atmosphäre werden Deine Bücher / Buch geschrieben?
Im Grunde in einer ganz normalen. Ich sitze im Schlafzimmer, wo mein Schreibtisch steht. Es muss absolute Ruhe herrschen. Ich schließe sogar die Tür, wenn meine Katze mich nervt. Sheila weiß dann aber, dass ich meine Ruhe haben will und wartet solange, bis ich wieder rauskomme. Keine Musik, kein Faceboook, nichts was mich ablenkt, bis der Schreibprozess abgeschlossen ist.

Wie läuft der „Entstehungsprozess“ eines Buches bei Dir ab?
Zuerst muss ich eine Grundidee haben, dann werden die Charaktere erstellt und Namen ausgesucht, erste Entwürfe und Ideen notiert. Wichtig sind auch die Ziele meiner Charaktere, denn wenn ich weiß, wer was warum will, kann ich die gesamte Handlung besser planen. Einen Szenen- und Handlungsplan erstelle ich mir auch, damit ich mich nicht verzettel. Der dient ein bisschen als Starthilfe.

Hast Du eine Art Ritual beim schreiben?
Nein, außer man zählt das unmittelbar davor ablaufende dazu. Sehr früh aufstehen, Kaffee machen, Laptop hochfahren und loslegen. Interessant ist auch, wenn ich zu spät aufstehe bzw. aufwache, geht nichts.

Beschreibe Dich sich selber in 3–4 Sätzen
Ich bin freundlich, hilfsbereit und tierlieb. Wenn mir etwas wirklich Spaß macht, bin ich mit Feuereifer dabei. Ich habe viel Verständnis und es dauert lange bis man mich auf die Palme bringt, aber wenn, dann sollte man in Deckung gehen.

Welchen Rat hast Du für jemanden der selber schreiben möchte?
Geduld und Kritikfähigkeit sind die Grundsteine, als Autor. Dann auch den Willen an sich selbst zu arbeiten und sich weiterentwickeln zu wollen. Man soll sich nicht scheuen Hilfe zu holen und auch ein Schreibkurs schadet nicht. Kontakte knüpfen, ob zu anderen Schreibenden oder auch für Recherchezwecke ist nie verkehrt. Keinesfalls sollte man überheblich sein und sich denken, ach das kann ich doch alles. Man darf die Schreiberei nicht unterschätzen. Sie macht Riesenspaß, aber es steckt auch jede Menge Zeit und Arbeit dahinter. Vor allem wenn man etwas erreichen will. Ein paar Tipps für alle, die daran denken zu veröffentlichen und einen Verlag suchen. Keinesfalls einfach irgendwelche Verlage anschreiben, sondern sich überlegen, was und worüber schreibe ich, was habe ich zu erzählen und wo liegt meine Zielgruppe? Dann den passenden Verlag suchen. Wenn man glaubt ihn gefunden zu haben, auf die Homepage gehen und sehen, ob der Verlag überhaupt Manuskripte sucht. Danach habe ich immer zuerst einen höflich E-Mailanfrage gestellt, ob ich eine Leseprobe und Expose senden darf. Denn dann ist es zumindest nicht unverlangt. Hierbei auf Fehlerfreiheit achten. Wenn das Anschreiben bereits vor Rechtschreibfehler wimmelt, landet das Ganze sofort auf dem Ablagestapel. Ein Forum in dem ich sehr viel gelernt habe ist das Deutsche Schriftstellerforum www.DsFo.de. Hier kann man gerade als Neuling sehr viel lernen, Fragen stellen und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

Was erwartest Du von Deiner Zukunft als Autor/in?
Das klingt jetzt vielleicht zu bescheiden, aber ich bin schon froh, wenn es Menschen gibt, die meine Romane gerne lesen und weiterempfehlen. Ein bisschen Bekanntheit schadet nicht, aber ich muss jetzt keine Bestsellerautorin werden. Ich glaube, ich würde den damit verbundenen Schreibstress gar nicht aushalten. Wenn sich meine Romane gut verkaufen und ich Rezensionen erhalte, bin ich schon zufrieden. Meine Intension war und ist es, die Leser von blutigen Vampirromanen zu bedienen, da es damals, als ich anfing mit schreiben, fast nur noch „Kuschelvampirromane“ gab. Davon wollte ich weg. Ein kleiner Traum ist es, wenn man sagen würde: „Du suchst nach einem guten Vampirroman? Dann lies die Bücher von Cornelia Kiener. Die kann ich nur empfehlen.“ Dann ist meine Arbeit nicht umsonst.
Ich habe jetzt bereits Leser, die in diesem Genre sonst nicht bewandert sind und sie sind alle begeistert und warten ungeduldig auf die Fortsetzung. Wenn sich das weiter rumspricht, dass es sich lohnt meine Romane zu lesen, würde mich das sehr freuen. Mehr Lesungen geben und irgendwann im Buchhandel vertreten zu sein ist ein Traum von mir, an dem ich arbeite.

Herzlichen Dank das Du so offen mit Mir über Dich als Autor/in gesprochen haben!
Sehr gerne. Es hat mir großen Spaß gemacht.

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